

Burschenvereine findet man in weiten Teilen Niederbayerns, Oberbayerns und Hessens in vielen Dörfern. Es gibt aber auch Burschenvereine in Franken, der Oberpfalz, sowie im Rheinland (dort tragen diese Vereine meist den Namen Junggesellenverein). Im rheinischen, sowie vorderen Westerwald spricht man oft wieder von Burschenvereinen. Auch in Österreich kennt man diese Vereinigungen als Burschenschaften, Zechen, Ruden, Irten, Passen.
Ziele
Die Ziele der Vereine wird in der Satzung festgeegt. Burschenvereine dienen in der Regel der Pflege von Tradition und Geselligkeit. Sie organisieren u. a. Faschingsbälle, Dorffeste, Theaterauftritte, Johannifeiern, Kirchtage, Maibaumaufstellen oder Rockpartys als öffentliche Feste. Außerdem gibt es interne Feste und Bräuche wie beispielsweise Hochzeitsbaumaufstellen, Burscheneinstand und -abschied.
Organe und Mitgliedschaft
Der Ortsverein bestand aus ordentlichen Mitgliedern, die nur unbescholtene katholische Burschen werden konnten. Aus deren Reihen wurde eine Vorstandschaft gewählt, bestehend aus dem Vorstand, Kassier und Schriftführer, die den Verein leitete.
Im Allgemeinen kann jeder ledige ortsansässige Burschen ab 14 Jahren Mitglied werden. Mit der Hochzeit erlischt die Mitgliedschaft, da Burschenvereine reine Junggesellenvereine sind. Wer nie heiratet, wird passives Mitglied, wenn er sich aus dem Vereinsleben zurückzieht. Für Mädchen gibt es meistens parallel zu den Burschenvereinen teilweise eigene Vereinigungen - in unserer Region dagegen können Mädchen direkt in den Burschenverein eintreten und ohne Unterschiede zum Vereinsleben beitragen. Die Satzung sieht jedoch vor, dass der 1. Vorstand von einem "Bursch" besetzt wird, wobei das 1. Madl auf der gleichen Stufe steht.
Geschichte
Der Beginn der Burschenvereine ist bis in das 19. Jahrhundert zurückzuführen. Als sich männliche, schulentlassene Jugendliche bis zur Verehelichung zu "wilden oder freien Burschenvereinen" zusammenschlossen.
Diese Entwicklung, dass die Vereinsidee im Burschenalter einen günstigen Boden fand, blieb auch der katholischen Kirche nicht verborgen. So nutzten einige geistliche Seelsorger die Gelegenheit, die männliche Jugend nach ihrer Schulentlassung, entsprechend den Idealen der Kirche, positiv zu beeinflussen und unterstützten den Zusammenschluss von katholischen Burschenvereinen, z.B. in Münsing.
Katholische Burschenvereine
Im Jahre 1903 gründeten drei geistliche Pioniere dieser Jugendarbeit, geistlicher Rat Spannbrucker (Laufen) Benefiziat Braun (Dengling) und Prälat Mehler (Regensburg) einen Dachverband der "Katholischen Burschenvereine des Königreichs Bayern". Dieser sollte die einzelnen Ortsvereine in ihrer Vereinsarbeit unterstützen. Auch wurde in einer Mustersatzung, der Vereinszweck und die Grundprinzipien festgelegt: "Erhaltung und Förderung von Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit, Heimatliebe, Frohsinn und Scherz."
Bei kath. Vereinen gehörte der Vorstandschaft automatisch der Präses an. Dieser war der Vertreter der katholischen Kirche, meist der Ortspfarrer, der die religiöse Lenkung des Vereins übernahm. Die Kirche hatte somit einen wesentlichen Einfluss auf die damalige Vereinsarbeit.
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